Wie man in einem Studentenwohnheim kocht

Von Li Fanshu & Zhang Yueran

Essen ist ein wichtiges Thema für internationale Studierende. Jedes Land hat unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten, was dazu führen kann, dass sich internationale Studierende an die Ernährung des Gastlandes nicht gewöhnen. Daher ist die Fähigkeit zu kochen für internationale Studierende notwendig. In China gibt es ein bekanntes Sprichwort. Als ich ging, war ich internationaler Student, und als ich zurückkam, war ich Koch. Wir haben separate Küchen in unserem Studentenwohnheim, was das Kochen erleichtert. Beim Kochen passieren oft interessante Dinge. Im Folgenden geht es um unsere Erfahrung beim Kochen.

Persönliche Kocherfahrung

Yueran

Bevor ich nach Deutschland kam, konnte ich überhaupt nicht kochen. Als ich in Peking studierte, ging ich normalerweise zum Essen in die Mensa oder bestellte mit meinem Handy Essen. Deshalb dachte ich, dass die Fähigkeit zu kochen nicht notwendig war. Bis ich in Deutschland war, konnte ich nur Rührei kochen.

Unglücklicherweise wurde ich kurz nach meiner Ankunft in Deutschland krank. Obwohl ich kein Fieber hatte, tat mir der Hals weh. Da das Essen in Deutschland etwas salziger ist als das Essen in China, hustete ich, solange ich in der Mensa aß. Ich hatte keine andere Wahl, als selbst zu kochen. Es gibt einen asiatischen Supermarkt in der Innenstadt von Bochum, wo ich die meisten Zutaten und Lebensmittel kaufen kann, die ich brauche. Ich kaufte Fadennudeln, Reis, Sojasauce, Sesamöl und einige andere Gewürze ein. Mit Hilfe des Handys hatte ich angefangen, kochen zu lernen. Eine chinesische App heißt „Rotes Buch”, wo man praktische Informationen finden, zum Beispiel, wie man Essen zubereitet, wie man sich kleidet, welche Touristenattraktionen empfehlenswert sind usw. Nach ihrer Führung versuchte ich, Fadennudeln zu kochen. Am Anfang war ich nicht sicher, wie viel Gewürze angemessen waren. Ich machte mir Sorgen, dass zu viel Gewürze zu salzigem und würzigem Essen führten. Um meine Halsschmerzen so schnell wie möglich zu heilen, gab ich zu den Nudeln nur sehr wenig Salz und Sojasauce. Obwohl die Nudeln leicht und nicht lecker waren, fühlte ich mich ganz froh, selbst zu kochen.

Nach und nach bin ich nun in der Lage, verschiedene Gerichte zu kochen. Viele der Gerichte sind untrennbar mit Kartoffeln verbunden. Ich glaube, dass Kartoffeln sowohl in China als auch in Deutschland ein wichtiger Bestandteil der Ernährung sind. Der Unterschied besteht darin, dass in China Kartoffeln als Gemüse gelten, während in Deutschland Kartoffeln ein Grundnahrungsmittel sind. Was ich am Essen in Deutschland am meisten mag, ist, dass die Kartoffeln hier wirklich lecker sind. Früher dachte ich immer, dass Pommes lecker sind, weil sie viele ungesunde Gewürze enthalten. Allerdings veränderte ich meine Meinung. Wenn ich Kartoffeln selbst frittiere, schmecken die gekochten Kartoffeln wie Pommes, solange ich etwas Salz hinzufüge. Die Kartoffeln hier sind köstlich, deswegen sind die Pommes bestimmt köstlich.

Die Mensa an der Uni ist nur mittags geöffnet. Das bedeutet, dass ich oft selbst kochen muss. Dies gab mir die Möglichkeit, sowohl chinesisches als auch westliches Essen zu kochen. Westliches Essen wie Pizza und Pasta ist eines meiner Lieblingsspeisen. Aber meine Kochkünste und die Kücheneinrichtungen reichen nicht aus, diese Speisen zuzubereiten. Deshalb kaufe ich mir meistens Tiefkühlpizza aus dem Supermarkt und wärme sie im Studentenwohnheim auf. Was chinesisches Essen angeht, koche ich gerne gebratene Tomaten mit Eiern, gebratene Aubergine mit Kartoffeln. Die Benutzung der Gewürze ist ein wichtiges Thema in chinesischem Essen. Tatsächlich legt man bei der Benutzung der Gewürze Wert auf das eigene Gefühl. Chinesisches Essen wird in der Regel zubereitet, ohne vorzuschreiben, wie viel Gewürze hinzugefügt werden sollen. Daher kann das gleiche Gericht, das von unterschiedlichen Menschen zubereitet wird, unterschiedlichen Geschmack haben. Manche Leute machen zum Beispiel gebratene Tomaten mit Eiern, die salzig sind, und andere Leute machen sie süß. Chinesen haben auch die Angewohnheit, den Geschmack des Gerichts während des Kochens zu schmecken, um zu entscheiden, ob das Gericht weiter gewürzt werden soll. Zuerst zögerte ich, zu viel Würze hineinzugeben. Deshalb waren meine Gerichte immer fad und geschmacklos. Aber jetzt kenne ich meinen eigenen Geschmack sehr gut und weiß, wie viel Gewürze passend sind.

Fanshu

Als das Flugzeug in Deutschland landete, tauchten in meinem Kopf nicht nur die Vorfreude das exotische Flair und das Leben als Austauschstudent auf, sondern auch eine sehr realistische Frage: Was kann ich hier eigentlich essen?

In dem Sommer vor meiner Abreise nach Deutschland hatte ich zu Hause intensiv meine Kochkünste trainiert. Vom Auswählen hochwertiger Zutaten auf dem Gemüsemarkt bis zum Anbraten und sorgfältigen Kochen bereitete ich mich aktiv auf das bevorstehende Leben als Austauschstudent vor. Ich habe eigentlich eine große Leidenschaft fürs Kochen und liebe das Gefühl, köstliche Gerichte zu kreieren und zu genießen. Als ich die Küche im Wohnheim zum ersten Mal sah, war ich entschlossen, hier mein Können unter Beweis zu stellen.

Mit der Illusion von europäischer Küche im Kopf betrat ich voller Vorfreude die Uni-Mensa, nachdem das Semester begonnen hatte. Doch ich kam einfach nicht mit dem Essen hier zurecht – die Pasta auf meinem Teller war zu hart und nicht gut für meine Zähne. Auch die Auswahl in der Mensa war eher begrenzt, und nach ein paar Tagen hatte ich fast alles probiert. Mit den Salaten in der Mensa konnte ich mich auch nicht anfreunden – sie waren zu kalt, und ich bevorzuge gekochtes Gemüse. Allerdings war der Döner in der Mensa wirklich lecker, ebenso wie die preiswerten und reichhaltigen Pommes. Die Pizza und Pasta im Q-West waren auch nicht schlecht, und ich ging oft mit Freunden dorthin.

Natürlich wollte ich zuerst typisch deutsche Gerichte probieren. Wer kennt nicht den berühmten Schweinshaxen und die Würstchen? Und dann das berüchtigte Schwarzbrot, von dem man sagt, dass man eine spezielle Maschine braucht, um es zu schneiden. Also beschloss ich, in den örtlichen Supermarkt zu gehen und einzukaufen. Die Regale waren voller verschiedener Brotsorten und Würstchen. Neugierig, wie ich war, probierte ich einige davon. Das Brot schmeckte gut und hatte eine angenehme Textur, aber die Würstchen und der Speck waren einfach zu salzig. Nachdem ich drei Flaschen Wasser getrunken hatte, wurde mir klar: „Essensgewöhnung“ ist keine Übertreibung chinesischer Austauschstudenten, sondern eine notwendige Anpassung an die fremde Küche.

Ich hatte extra einen Topf mit nach Deutschland gebracht – einen kleinen grünen Topf, den alle Austauschstudenten empfohlen hatten. Mit diesem Topf wollte ich mein erstes Essen in Deutschland zubereiten. Was sollte ich kochen? Natürlich das klassische Gericht: Tomaten mit Rührei. Ich schnitt die Tomaten und schlug die Eier auf, goss Öl in den Topf und wollte zuerst die Eier anbraten. Doch als das Öl heiß war, merkte ich, dass der Topf im Wohnheim nicht so gut war wie zu Hause – der Boden war superdünn, und der Herd hatte keine offene Flamme, sodass ich die Temperatur kaum kontrollieren konnte. Als die Eier in den Topf kamen, spritzte das Öl sofort und verbrannte mir die Hand! Ich zuckte vor Schmerz zusammen, während die Eier zur Hälfte anbrannten.

Noch schlimmer war, dass der Rauch im Topf immer dichter wurde – plötzlich: „Piep – piep – piep!“ Der Rauchmelder ging los! In diesem Moment raste mein Herz, und mein Gehirn war wie leer. Würde ich wirklich gleich von der Feuerwehr abgeholt werden, gerade erst in Deutschland angekommen? Ich fächelte verzweifelt die Luft in der Küche, öffnete das Fenster und konnte den Alarm schließlich stoppen. Der Vorfall war so plötzlich, dass meine Freundinnen und ich völlig überfordert waren. Es dauerte eine Weile, bis wir uns beruhigt hatten. Nach diesem Erlebnis wurden wir vorsichtiger und konnten die Hitze beim Kochen besser kontrollieren.

Natürlich gab es in unserer Kochpraxis auch viele lustige kleine Zwischenfälle. Zum Beispiel war der Deckel des Salzstreuers nicht richtig verschlossen, und als ich Nudeln kochte, fiel die Hälfte des Salzes hinein, was das Gericht so salzig machte, dass es fast ungenießbar war. Oder als der Reis am Topfboden festklebte und sich in eine schwarze Schicht verwandelte, die wir tagelang mit einem Stahlschwamm abkratzen mussten. Oder als unser Kühlschrank so voll mit Zutaten war, dass sich eine dicke Eisschicht bildete, und wir das Eis mit verschiedenen Werkzeugen und Methoden entfernen mussten, um Platz für neue Lebensmittel zu schaffen.

Ich dachte immer, die Geschichten im Internet über das verrückte Kochen vor den Prüfungen seien nur lustige Anekdoten – bis ich es selbst erlebte und feststellte, dass alles wahr war. Neben dem Lernen fühlte ich mich oft gelangweilt, und das tägliche Kochen von einfachen Gerichten reichte mir nicht mehr. Ich beschloss, mit Mehl Baozi (gedämpfte Teigtaschen) und Jiaozi (Teigtaschen) zu machen. Da das im Supermarkt gekaufte Schweinefleisch etwas streng roch, verwendeten wir eine Mischung aus Schweine- und Rinderhackfleisch. Natürlich durften Gemüse nicht fehlen, und wir entschieden uns für Karotten. Also kaufte ich voller Begeisterung Hefe, Frühlingszwiebeln, Ingwer und Knoblauch, um ein leckeres Mahl zuzubereiten. Zunächst lief alles gut: Ich knetete einen perfekten Teig, der sich verdoppelte und superfluffig wurde. Auch die Füllung war ein Erfolg – Salz, Sojasauce und schwarzer Pfeffer verliehen ihr einen köstlichen Geschmack. Doch als wir anfingen, die Baozi zu formen, stellten wir fest, dass wir kein Nudelholz hatten. Doch das hielt uns nicht auf – eine ganze Karotte tat es auch. So gelang es uns gemeinsam, eine dampfende Mahlzeit zuzubereiten.

Seitdem bin ich viel selbstbewusster geworden. Nachdem ich Baozi und Jiaozi, diese typisch chinesischen Gerichte, zubereitet hatte, teilte ich sie auch mit meinen Klassenkameraden im Sprachkurs. Als sie mir positives Feedback gaben, fühlte ich mich sehr erfüllt und stolz. Ich freue mich, dass meine Kochkünste nicht nur mir selbst schmecken, sondern auch anderen Menschen Freude bereiten können.

Tatsächlich, je länger wir hier leben, desto besser kann ich mich an das hiesige Essen gewöhnen. Auch das Kochen fällt mir immer leichter und ich bin mittlerweile richtig gut darin. Ich probiere sogar westliche Gerichte aus, wobei natürlich die wichtigste Zutat nicht fehlen darf – die Kartoffel. Mit Gewürzen wie schwarzem Pfeffer versuche ich mich zum Beispiel an gebratener Hähnchenbrust mit Kartoffeln. Langsam werde ich weniger wählerisch, was das Essen angeht, und beginne, jedes Gericht zu genießen – den ursprünglichen Geschmack der Lebensmittel zu schätzen.

Gemeinsam kochen für das chinesische Neujahrsfest

Unsere drei Mitbewohner kochen oft zusammen. Um das chinesische Neujahrsfest zu feiern, kochten wir gemeinsam ein üppiges Abendessen.

Am Tag vor dem chinesischen Neujahrsfest gingen wir in den Supermarkt, um frisches Gemüse und Fleisch einzukaufen. Wir hatten Karotten, Tomaten, Lauch, Hähnchenflügel, Hackfleisch und mehr gekauft. Die Küche war von uns vor dem Kochen gereinigt worden. Dank unserer gemeinsamen Bemühungen waren der Esstisch, die Spüle und der Herd sauber und ordentlich.

Wir planten, Cola-Hähnchenflügel, Tomaten und Eier zuzubereiten. Und Jiaozi, eine traditionelle Delikatesse, ist natürlich für das chinesische Neujahrsfest unerlässlich. Wir bereiteten zwei Arten von Füllungen vor, nämlich Schweinefleisch mit Lauch und Karotten mit Eiern. Wir drei hatten eine klare Arbeitsteilung. Eine Person knetete den Teig und schnitt den Teig in kleine Stücke, eine Person rollte diese kleinen Stücke zur Fladenform aus und die andere Person wickelte die Füllung in diese Fladen ein. Wir waren in weniger als zwei Stunden fertig. Dann legten wir Jiaozi in kochendes Wasser. Das Kochen von Jiaozi ging ziemlich schnell und brauchte nur etwa 15 Minuten. Diese Jiaozi, die wir machten, waren genauso lecker wie früher zu Hause.

Wir kochten auch Cola-Hähnchenflügel. Im Vergleich zu Jiaozi war es ganz einfach. Wir sollten nur die Hähnchenflügel marinieren, sie im Topf kochen und dann Gewürze wie Cola, Sojasauce, Salz usw. hinzufügen. Cola-Hähnchenflügel sind eines meiner Lieblingsgerichte. Jedes Mal, wenn ich Cola-Hähnchenflügel essen, lobe ich, dass die erste Person, die Cola in Hähnchenflügel goss, total ein Genie ist!

Nachdem alle Speisen zubereitet waren, saßen wir drei zusammen an dem Esstisch und schauten uns die chinesische Neujahrsfest-Gala an, während wir das Essen genossen. Obwohl wir nicht mit unseren Familien zusammenkommen konnten, waren wir glücklich, das Neujahrsfest mit unseren Freunden verbringen zu können.

Unser Fazit?

Wir glauben, dass Kochen für jeden internationalen Studenten nicht nur dazu dient, den Magen zu füllen, sondern auch Lebenserfahrung zu sammeln und das Leben zu genießen. Nehmen wir das Kochen als Hobby!